Tutzinger Diskursmodell

Was ist der Tutzinger Diskurs?

Kontroverse aktuelle Themen erörtern, aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten und Handlungsempfehlungen für die Politik erarbeiten – das ist der Tutzinger Diskurs.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer treten dabei als gemeinsame Forschungsgruppe auf, nicht einfach als Vertreter unterschiedlicher Standpunkte. Ziel und Anspruch ist es, über den Austausch von Meinungen hinaus, das gemeinsame Forschen aus unterschiedlichen Perspektiven zu fördern und ungeklärte Fragen zu beantworten.

In regelmäßigen Abständen trifft sich die Forschungsgruppe zu Workshops. Dabei legen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer – begleitet von anerkannten Expertinnen und Experten – ihre Schwerpunkte selbst fest, organisieren und moderieren die Diskussionen eigenständig und laden nach Bedarf weitere, selbst ausgesuchte Fachleute dazu. Entscheidend für den Tutzinger Diskurs ist zudem, dass Verlauf und Ergebnis für die Öffentlichkeit transparent gemacht werden.

Doch der Tutzinger Diskurs will nicht einfach nur Ergebnisse produzieren, sondern auch die Diskursfähigkeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer stärken und fördern. Aus diesem Grund liegt besonderes Augenmerk auf der Reflexion des Vorgehens und der verwendeten Grundbegriffe.

Diskursmodell „Wege der Integration“

Ausgangspunkt des Diskurses ist die Frage, was überhaupt als gelingende Integration gelten kann: Was versteht die offene Gesellschaft und was verstehen Zuwandernde selbst hierunter? Klare Begriffe sollen die Grundlage des Diskurses bilden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Geistes- und Gesellschaftswissenschaften sowie Praxiserfahrene aus der Sozialen Arbeit, der Verwaltung, Bildungsinstitutionen und Bürgerschaftlichen Organisationen bringen ihre jeweilige Expertise und unterschiedlichen Perspektiven zum Thema Integration ein.

Ziel des Diskurses „Wege der Integration“ ist es, gemeinsam eine Ideensammlung zu erarbeiten, in der Wege zur Verwirklichung gelingender Integration aufgezeigt werden. Im Rahmen von insgesamt fünf Workshops, Expertenhearings, Hintergrundgesprächen und „Vor-Ort-Besuchen“ sammelt und entwickelt die Diskursgruppe Anstöße für gelingende Integration. Der vierte Workshop wird in Brüssel stattfinden, um auch die europäische und belgische Dimension des Themas aufzunehmen.

Im November 2018 werden die Ergebnisse im Rahmen einer öffentlichen Abschlussveranstaltung in München vorgestellt.

Diskursmodell „Big Data“

Über die allgemeine Reflexion des Vorgehens und der verwendeten ethischen Grundbegriffe hinaus will der Diskurs „Big Data“ den Diskursgedanken weitertragen, indem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diese Fähigkeit in eigenen Veranstaltungen mit jungen Menschen bilden und fördern. Der Diskurs „Big Data“ gliedert sich aus diesem Grund in zwei Diskursphasen und er wird zudem durch eine didaktische Begleitforschung ergänzt.

Phase 1: Entwicklung eines Gutachtens

In einer ersten Phase entwickelt die Diskursgruppe zum einen ein gemeinsames Gutachten, in dem politische Regulierungsbedarfe und -möglichkeiten benannt werden und identifiziert zum anderen die sich aus dem Thema ergebenden Anforderungen an die Entwicklung von Informationskompetenz bei jungen Menschen. In dieser Phase trifft sich die Diskursgruppe zu vier gemeinsamen Workshops an der Akademie für Politische Bildung, in einem fünften Workshop in Kroatien werden die bis dahin erarbeiteten Ergebnisse in einem internationalen Rahmen diskutiert.

Phase 2: Multiplikation

In der zweiten Phase werden die Erfahrungen der Teilnehmenden umgesetzt in vier diskursiven Bildungsveranstaltungen mit jungen Menschen unterschiedlichen Alters und Bildungshintergrunds. Unterstützt vom Organisationsteam der Akademie planen die Teilnehmenden in Gruppen eigenständig Projekttage und führen diese durch.

Begleitforschung

Um einerseits die Wirkweise des forschenden Diskurses auf die Entwicklung der Urteilskraft der Teilnehmenden transparent zu machen und andererseits anhand der Multiplikationsworkshops Methoden zur Förderung von Bewertungskompetenz bei jungen Menschen zu testen, wird der Tutzinger Diskurs „Big Data” um eine didaktische Begleitforschung ergänzt. Welche ethischen und politischen Werte sehen die Diskursteilnehmenden und die Teilnehmenden der Multiplikationsdiskurse durch Big Data und Smart Health berührt und welchen Stellenwert haben diese für sie? Auf dieser Basis können Bildungsangebote entwickelt und erprobt werden, die junge Menschen für die zentralen Möglichkeiten von Smart Health sensibilisieren und sie darauf vorbereiten, kritisch reflektiert am öffentlichen Diskurs zu partizipieren, um den verantwortungsvollen Umgang mit dieser Technologie zu fördern.

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